Professur für Wissenschafts- und Technologiepolitik (TTAP)

Wissen, Leben und Governance in technowissenschaftlichen Gesellschaften

Wissenschaft und Technik sind zentrale Elemente moderner Gesellschaften. Sie sind ebenso wesentliche Akteure in und Themen von nationaler und internationaler Politik. Die Professur für Wissenschafts- und Technologiepolitik erforscht die Wechselwirkungen, die zwischen Wissenschaft, Technik und Politik in unseren zunehmend technowissenschaftlich geprägten Gesellschaften entstehen. Dabei analysieren wir vor allem zwei Dynamiken:  

Leitung Prof. Dr. Ruth Müller
MitarbeiterInnen

Kay Felder
Wolfgang Kaltenbrunner
Victoria Neumann
Georgia Samaras
Sarah Schönbauer
Michael Penkler

Zum einen stellen neues wissenschaftliches Wissen und neue Technologien Herausforderungen an Politik, in Bereichen wie Regulierung und mögliche Anwendungen, sowie im Bezug auf Fragen von sozialer und umweltbezogener Gerechtigkeit und demokratischer Prozesse. Zum anderen versucht Politik im Kontext der steigenden gesellschaftlichen und ökonomischen Bedeutung von Wissenschaft auch verstärkt Forschungs- und Entwicklungsprozesse anzuleiten und zu steuern, zum Beispiel durch themenbezogene und kompetitive Forschungsförderungsformate und Evaluationsprozesse. Die Forschungsgruppe Wissenschafts- und Technikpolitik am MCTS erforschte diese vielfältigen Beziehungen zwischen Politik und Wissensproduktion in verschiedenen Wissenschafts- und Technologiefeldern. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den Lebenswissenschaften, einem Forschungsfeld, das für gesellschaftliche Herausforderungen in Bereichen wie Gesundheit, Umwelt, Ernährungssicherheit und Energie von immer größerer Bedeutung ist. Unser Forschungszugang ist im Feld der Science & Technology Studies (STS) verankert, wobei wir ebenso konzeptuelle und methodische Ressourcen aus benachbarten Feldern wie Soziologie, Anthropologie,  der Wissenschafts- und Technikgeschichte und Philosophie einbringen. Unsere aktuellen Forschungsprojekte organisieren sich entlang zweier Hauptlinien: Akademische Wissenskulturen im Wandel, eine Forschungslinie, in der wir erforschen wie die gegenwärtige Governance von Wissenschaft und Technik mit den Normen und Werten in akademischen Communities und Institutionen interagiert, und damit die Praxen der Wissensproduktion in diesen Feldern verändert (Ruth Müller, Wolfgang Kaltenbrunner). Und Neue Wissenskulturen in den Lebenswissenschaften, wo wir untersuchen wie neues Wissen und neue Technologien aus den Lebenswissenschaften mit Gesellschaft und Politik interagieren. In dieser Forschungslinie erforschen wir gegenwärtig im Besonderen wie neues Wissen über Gen-Umwelt-Interaktionen aus dem Bereich der Epigenetik das wissenschaftliche und gesellschaftliche Verständnis von Gesundheit, Krankheit, Umwelt und Körper verändert, und damit sowohl neue interdisziplinäre Forschungsformationen anregt, als auch neue Möglichkeiten und Herausforderungen für Gesundheits- und Umweltpolitik eröffnet (Ruth Müller, Michael Penkler, Georgia Samaras).