Wissenschaftssoziologie

Exploring TechnoSociety

Unsere Beobachtung: Gesellschaft und Technik stehen derzeit in einem über­aus dynamischen Wechselverhältnis. Ob Arbeitswelt, Ernährung, Politik oder Wissenschaft selbst: Informations- und Neurotechnologien, Robotik und Soziale Medien sind nur wenige Beispiele für Technologien, die unsere Gesellschaft her­ausfordern. Zugleich aber fordert die Gesellschaft auch sie heraus: Digitale Medien regen zu partizipativer Politik und Bürgerwissenschaft an; die Industrie setzt auf offene, vernetzte Produkte; Aktivisten fordern Technologien, die ebenso innovativ wie nachhaltig sind; Studierende wollen verantwortliche Wissenschaft, die nicht nur exzellent, sondern auch relevant ist.

Unsere These:
Wir leben in einer durch und durch technisierten Wissensgesell­schaft. Charakteristisch für diese Gesellschaft ist, dass wir auf diese Wechselver­hältnisse nicht einfach nur reagieren. Wir arbeiten an ihrer Gestaltung mit, und zwar in sogenannten „Netzwerken sozio-technischer Innovationen“:

  • Immer mehr Akteurinnen (Forschende, Politikerinnen, Bürger, Aktivist, Nutzer, Unterneh­mer …) und Organisationen (Universitäten, Verwaltungen, Nichtregierungsorga­nisationen, Fab Labs, Unternehmen …) sind an konkreten Technologieentwick­lungen beteiligt, die Menschen und Maschinen, Lebenswelten und Datenbanken, Algorithmen und Praktiken zu innovativen Netzwerken verbinden.
  • Sie berücksichtigen dabei ganz verschiedene Ziele und Werte (Fortschritt, Verantwortung, soziale Gerechtigkeit, ökologische Effizienz, Wahrheitsfindung, Profitabilität, Teilhabe …)
  • und bringen neue Formen der Regulierung hervor: in der Politik (z.B. „Open Governance“), in der Wirtschaft (z.B. „Green Economy“), in der Wissenschaft (z.B. „Open Science“) sowie in der Technikentwicklung (z.B. „Open Innovation“).

Unsere Aufgabe:
Diese Dynamik und Vielgestaltigkeit sozio-technischer Innova­tionstätigkeit verlangt auch von der Wissenschaftssoziologie einen neuen Blick:

  • … auf die Mitglieder dieser TechnoSociety (einzelne, kollektive, organisierte): Welche Effekte hat etwa die Assistenzrobotik auf Patientinnen, auf Pflegeausbil­dung, auf die Architektur von Krankenhäusern – und vice versa?
  • … auf die Weisen, die trotz aller Dynamik hinreichend stabile gesellschaftliche Verhältnissen erzeugen: Welche neuen Formen der Governance entstehen in aktuellen Technologieprojekten wie der Energiewende oder dem autonomen Fahren?
  • … auf die Wissenschaft selbst, die nun unter diesen sozio-technischen Bedingungen operieren muss: Welche Effekte hat dies auf Forschung, die sich zwischen Konkurrenz und Kooperation zurechtfinden und hinsichtlich der Tech­nikentwicklung auf Innovation einstellen muss?

Unsere Methoden: Wir arbeiten mit überwiegend explorativen Methoden (z.B. teilnehmender Beobachtung, Videoanalyse) sowie oft in interdisziplinären Teams. Wir verstehen uns dabei nicht nur als distanzierte Beobachter, sondern auch als engagierte, kritische Mitglieder dieser Gesellschaft. Unsere Aufmerksam­keit gilt dem Detail und den Umständen, dem Materiellen und dem Imaginierten, der Verschiedenheit der Perspektiven und der mutigen Diagnose.

Fast Facts

2013
Jahr der Gründung
15
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5
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