Biodiverse Landwirtschaft und Digitalisierung – zwischen Widersprüchen und Synergien

Biointensive Anbauweise mit Mischkulturen von Stark- und Schwachzehrern

„Digitalisierung.. was?“ Oft ist das die erste Reaktion von Landwirt*innen, die agrarökologisch und/oder biodivers wirtschaften, und zwar auf die Frage, ob und welche digitalen Technologien sie in ihrem Betrieben verwenden. GPS-gesteuerte Traktoren, Drohnen, oder Feldroboter sind digitale Werkzeuge, die für viele keine gelebte Realität darstellen. Für andere stellt sich in der alltäglichen Praxis durchaus die Frage: wie könnte dieser Arbeitsschritt durch digitale Hilfsmittel erleichtert werden?

Dieses Teilprojekt geht der Frage nach, was die Möglichkeiten und Grenzen der Digitalisierung in der klein- und mittelständischen biodiversen Landwirtschaft sind. Sind digitale Technologien grundsätzlich unpraktikabel, weil Standardisierung und Automatisierung nicht mit biodiversen Ansätzen zusammenpassen? Welche digitalen Technologien und Werkzeuge gibt es bereits für diesen Bereich, und welche sollten noch entwickelt werden? Ist das Handy im Feld nicht auch ein digitales Tool? Und wie ist das mit dem Besitz, Schutz und der Überwachung von gesammelten Daten aus der Landwirtschaft?

Gemeinsam mit Dr. Sarah Hackfort und ihrem Forschungsteam im Fachgebiet Agrar- und Ernährungspolitik an der Humboldt Universität zu Berlin, sowie in Anlehnung an unser kanadisches Schwesternprojekt „Diversity by Design““, erforschen wir diese Fragen einerseits anhand einer Online-Umfrage, die sich an Landwirt*innen aller Produktionsformen und Betriebsgrößen richtet. Ziel ist es u.a. Politikempfehlungen zur Stärkung kleinbäuerlicher Betriebe und ihren Bedarfen zu entwickeln. Die Umfrage „Digitalisierung für Diversität in der Landwirtschaft: welche Technologien brauchen bäuerliche Betriebe in Deutschland?“ kann hier ausgefüllt werde (dauert ca. 15 Minuten).

Weiters organisieren Mascha Gugganig und ihr Team einen partizipativen Workshop, der klein- und mittelständische biodiverse/regenerative Landwirt*innen einlädt, sich gemeinsam mit Vertreter*innen aus der Technologieentwicklung und der Politik über diese Themen auszutauschen. Es werden zentrale Ergebnisse der Umfrage diskutiert, und anhand kreativer Aufgabestellungen der Frage nachgegangen, was sowohl die Möglichkeiten, als auch die Grenzen der Digitalisierung für biodiverse Landwirtschaft sind. Der 1 1/2 Tage lange Workshop wird im Oktober/November 2023 stattfinden, und dient auch dem Austausch unter den Teilnehmer*innen (inkl. Entschädigung für Fahrtweg, Unterkunft, und Zeitaufwand). Wenn Sie Interesse an der Teilnahme haben kontaktieren Sie bitte mascha.gugganig@tum.de und marlise.schneider@tum.de für nähere Fragen.

Projektleitung:
Dr. Mascha Gugganig

Fördergeber:
DFG