Drehbücher der Innovation

Innovation ist zu einer der zentralen Ideologien der Gegenwart geworden. Kaum eine Organisation kann sich dem permanenten Druck, innovativ zu sein, entziehen. Woher stammt das Wissen über die Erzeugung von Innovation, wie zirkuliert es und wie etabliert es sich? Einerseits ist Innovation stark an die Vorstellung von Kreativität und Originalität gebunden, andererseits zeugen die Dominanz des Silicon Valley Innovationsmodells oder der Erfolg von „Industrie 4.0“ von Tendenzen der Homogenisierung und Imitation. Vor dem Hintergrund eines überbordenden Innovationsimperativs, widmet sich das Projekt ‚Drehbücher der Innovation‘ der Frage, wie Innovationsprozesse organisiert sind. Das analytische Konzept des Drehbuches richtet dabei besonderes Augenmerk auf die 1) Akteure, die an Innovationsprozessen beteiligt werden (das Innovationsensemble), die 2) Verteilung der Verantwortlichkeiten zwischen diesen Akteuren, sowie die 3) Atmosphären und Orte, die geschaffen werden, um Innovationen hervorzurufen. In einer empirischen Analyse nimmt das Projekt die Innovationsdrehbücher einer Reihe unterschiedlicher oberösterreichischer Organisationen in den Blick, die im Bereich Industry-Academia-Governance operieren. Ziel ist es, einen Überblick über die Homo- und Heterogenität der Innovationsguides zu gewinnen und Aussagen über die wichtigsten ‚Agents of Change‘ und Innovationsmythen zu genieren. Das Drehbuch zeigt im Projekt aber nicht nur analytischen, sondern auch produktiven Charakter. Gemeinsam mit dem ‚Kraftwerk- Triebwerk der Forschung‘, sollen in einem transdisziplinären Engagement gängige Innovationsdrehbücher kritisch hinterfragt und neue entworfen werden. Im Sinne eines ‚arts-based research‘, setzt das Projekt dabei auf das dramaturgische und performative Potential des Innovationsdrehbuchs.

Projektleitung:
Dr. Judith Igelsböck

Zeitraum:

Projekttyp:
Array

Fördergeber:
Linz Institute of Technology (LIT)