Reorganizing Industries

Post/Doc Lab Reorganizing Industries
Industrie, Technologie und Gesellschaft: Konsequenzen der digitalen Transformation.

Die Möglichkeiten und Herausforderungen der neuesten Welle der Digitalisierung lösen derzeit tiefgreifende Transformationen der klassischen Industrien aus. Die Einführung von Cyber-Physical-Systems, die Selbstorganisation von Maschinen auf der Grundlage des Internets der Dinge, eine im Entstehen begriffene Ökologie verteilter Innovationsprozesse und digitaler Produktion sind nur einige Beispiele für diesen Prozess. Die zentrale Annahme unserer Arbeitsgruppe ist, dass diese Phänomene wesentlich durch Organisationen geprägt werden und diese wiederum prägen. Sie kündigen damit eine neue Qualität der Technisierung von Gesellschaft an. Wir beforschen diese Transformation der Industrie in drei sich teilweise überschneidenden Feldern.

In Modelle der Transformation analysieren wir die orientierungsstiftenden Eigenschaften von Modellen in der digitalisierten Industrie und ihre Implikationen für die Organisation industrieller Produktion. Dabei betonen wir besonders die materiellen Konfigurationen und die Performativität dieser Modelle.

In Industrialisierung des Lebens fragen wir danach, wie Körper und Körperteile unter Bedingungen der digitalisierten Industrie re/produziert, überwacht und kommodifiziert werden, aber auch welche Formen von Widerstand entstehen. Wir fragen nach dem Zusammenhang von (biologischem) 3D-Druck und Automatisierung mit der Reorganisation regenerativer Biomedizin und der Prothetik-Industrie und wir untersuchen den Einfluss von Self-Tracking Technologien auf das Verhältnis von privater Lebensführung, Arbeit und Organisation.

In Konfigurationen digitaler Innovation analysieren wir die Entstehung neuer Arten von verteilter oder „offener“ Innovation und fragen danach, wie diese neue Akteurskonstellationen schaffen. Dabei liegt unser Fokus auf der Frage, wie diese neuen Formen der Innovation organisiert oder „geskripted“ werden.

Um Erkenntnisse über das rekursive Verhältnis von Digitalisierung und Organisation, sowie deren Zusammenspiel mit gesellschaftlichem Wandel zu gewinnen, forschen wir auf zwei konzeptuellen Ebenen: Wir untersuchen sowohl sich neu konstituierende organisationale Felder als auch einzelne Organisationen innerhalb dieser Felder. Dabei wenden wir partizipative Methoden an, um Organisationen zu erforschen und unsere Ergebnisse in die Praxis zu übertragen. Wir sind in engem Austausch mit IngenieurInnen und Unternehmen, um neue Praktiken und Strukturen auf beiden Ebenen zu identifizieren. Von diesem Ausgangspunkt aus arbeiten wir an einem theoretischen Analyserahmen, der sowohl auf den Science and Technology Studies, als auch der Organisationssoziologie aufbaut.

Fast Facts

2015
Jahr der Gründung
9
Forschende
11
Projekte